Heute sind diese Themen vor dem Hintergrund des drastischen Wohnraummangels in Amsterdam wieder aktuell. Als große Teile des Viertels für eine vierspurige Straße und Bürogebäude abgerissen werden sollten, organisierten Bewohner*innen, Architekt*innen und Aktivist*innen eine Bottom-up-Widerstandsbewegung. Anstelle von großmaßstäblichem Neubau schlugen sie den Wiederaufbau des Viertels mit Sozialwohnungen vor. Einige der daraus entstandenen Projekte boten architektonische Innovationen, wie kompakte, aber flexible Grundrisse und gemeinschaftliche Innenhöfe.
Bis heute zeugt das Nieuwmarkt-Viertel vom Erfolg dieser Bewegung. Es bietet eine Mischung aus sozialen und privaten Wohnungen, und viele der Gebäude aus den 1970er Jahren haben ihre ursprüngliche Nutzung behalten.
Diese Tour beleuchtet die Transformation des Viertels anhand seiner Architektur. Sie führt zu wichtigen Wohnungsbauprojekten, die nach den Protesten realisiert wurden, und zeigt, wie Gestaltung und Aktivismus das Verständnis von Stadtentwicklung geprägt haben.
• Erläuterungen zur Geschichte der Nachbarschaft, Straßenbaupläne, Metro- bau, Protestbewegung unter Leitung von u.a. Aldo van Eyck und Theo Bosch
• Metrostation Nieuwmarkt
(Ben Spängberg and Sier van Rhijn, 1978 / GroupA, 2018)
• De Flesseman (Hendrik Wijdeveld 1927, Guido van Overbeek, 1987)
• Wohnblock St. Anthoniesbreestraat (Hans Borkent, 1983)
• Huis de Pinto (1605)
Wohnhaus einer jüdischen Bankiersfamilie, das zum Symbol der Proteste wurde
• Wohnungsbauten St. Antoniesluis und Snoekjesgracht (Theo Bosch 1978 /1982)
• Wohnblock Pentagon (Theo Bosch, 1981)
Sozialer Wohnungsbau im menschlichen Maßstab mit halböffentlichem
Innenhof